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VITO will mit neuem Laborgebäude Erde nachhaltige Technologien weiter entwickeln

Die Forschungseinrichtung VITO in Mol hat mit dem Bau des neuen Erdlaborgebäudes begonnen, in dem zahlreiche Labors und Pilotanlagen untergebracht werden sollen. Auf diese Weise will VITO die Entwicklung der nächsten Generation nachhaltiger Technologien vorantreiben.

Das Flämische Institut für Technologische Forschung (VITO) ist mit über 1.200 Mitarbeitern, davon 800 in Mol, ein wichtiger Spieler in der Nachhaltigkeitsforschung in Flandern, Europa und weit darüber hinaus. Um auch in Zukunft einen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Technologien zu leisten, hat das VITO mit dem Bau eines neuen Laborgebäudes auf dem Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks begonnen.

Dieses Gebäude mit dem Namen Earth soll in naher Zukunft zahlreiche Labore und Vorführräume für die Entwicklung neuer nachhaltiger Technologien beherbergen. “Wenn alles nach Plan läuft, wird das Gebäude Mitte 2025 in Betrieb genommen”, sagt Inge Neven, CEO von VITO.

“Diese Investition in Höhe von 65 Mio. EUR ist unerlässlich, damit das VITO einen Beitrag zum beschleunigten Übergang in eine nachhaltige Zukunft leisten kann. Die neue Infrastruktur bietet nicht nur ein effizienteres Arbeitsumfeld, in den Labors und Demonstrationsräumen werden auch die Rohstofftechnologien der Zukunft entwickelt und zu marktreifen Innovationen weiterentwickelt.

VITO-Geschäftsführerin Inge Neven und Bürgermeister Wim Caeyers enthüllen den Namen des Erdgebäudes und des VITO-Nachhaltigkeitsparks. – © Tommy Maes

Park der Nachhaltigkeit

Nach dem Geothermiekraftwerk am Standort Balmatt und der ersten Demohalle für die Kreislaufforschung ist das Erdgebäude der nächste Schritt für den VITO-Nachhaltigkeitspark. “In diesem Nachhaltigkeitspark wollen wir unsere Infrastruktur schrittweise zusammenfassen”, sagt Neven. “Damit können wir noch mehr Kooperationen realisieren, bei denen sich neben unseren eigenen VITO-Teams auch externe Forscher und Unternehmen zusammenschließen, um die Herausforderung der Nachhaltigkeit anzugehen”.

Auch beim Bau des neuen Laborgebäudes werden nachhaltige Materialien und Technologien zum Einsatz kommen. Mehrere davon werden von VITO mitentwickelt. Das Gebäude wird u. a. aus Carbstones, Bausteine auf Basis von Stahlschlacke und CO², errichtet. Vor der offiziellen Grundsteinlegung des Erdgebäudes unterzeichneten die Projektpartner einige der Bausteine des Gebäudes.

Die LignoValue-Pilotanlage im VITO-Geothermiegebäude. – © Tommy Maes

"Diese Investition in Höhe von 65 Mio. EUR ist unerlässlich, damit das VITO einen Beitrag zum beschleunigten Übergang in eine nachhaltige Zukunft leisten kann. Die neue Infrastruktur bietet nicht nur ein effizienteres Arbeitsumfeld, in den Labors und Demonstrationsräumen werden auch die Rohstofftechnologien der Zukunft entwickelt und zu marktreifen Innovationen weiterentwickelt.

Pilotanlagen

Derzeit verfügt VITO bereits über einige Pilotanlagen, in denen nachhaltige Rohstofftechnologien entwickelt werden und sogar schon in halbindustriellem Maßstab produziert werden können. Dies ist zum Beispiel bei der LignoValue-Pilotanlage der Fall, die derzeit bereits im Geothermiegebäude des VITO in Betrieb ist. “In dieser Anlage werden Bioaromaten für das Bauwesen wie Dämmstoffe, Klebstoffe und Beschichtungen auf Basis von Gras- und Holzabfällen hergestellt”, erklärt die Expertin Karolien Vanbroekhoven. “Normalerweise werden diese Aromaten aus Erdöl gewonnen, aber unsere Anlage kann sie auch aus Biomasse gewinnen.”

Ein weiteres Beispiel ist Characterise to Sort, ein Sortiersystem, das mit Hilfe von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz Abfallströme besser erkennt und somit richtig sortiert. “Das ist zum Beispiel sehr nützlich, um gesammelte Batterien zu sortieren”, erklärt der Experte Kris Broos. Das System “Characterise to Sort” erkennt die Zusammensetzung der einzelnen Batterien und kann so die verschiedenen Typen unterscheiden. Auch die Pilotanlage von Characterise to Sort wird bis Mitte 2025 im neuen Earth-Gebäude des VITO untergebracht sein.

Das neue Laborgebäude wird auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks errichtet. – © Tommy Maes

Quelle: Gazet Van Antwerpen, 23. Oktober 2023